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Primäre Formen der Demenzerkrankung

Demenzerkrankungen können als primäre Form auftreten. Dabei handelt es sich um Demenzerkrankungen, die ohne erkennbare Ursachen Gehirnzellen schädigen. Das heißt, das Gehirn ist das betroffene erkrankte Organ. Ca. 80 bis 90 Prozent aller Demenzen sind primäre Demenzen und sind auch nicht heilbar. Dazu gehören zum Beispiel:

Alzheimer-Demenz

Die häufigste Ursache von Demenzerkrankungen ist mit 60 bis 70 Prozent die Alzheimer-Krankheit. Sie ist nach dem deutschen Nervenarzt Alois Alzheimer benannt, der sie 1906 erstmals wissenschaftlich beschrieben hat.

Die Alzheimer-Krankheit äußert sich in Störungen des Gedächtnisses, der Sprache, des Denkvermögens, des Erkennens und der Handhabung von Gegenständen sowie der zeitlichen und örtlichen Orientierung. Dabei gehen über viele Jahre schleichend Nervenzellen in bestimmten Bereichen des Gehirns verloren. Diese Beeinträchtigungen führen zu einer verminderten Leistungsfähigkeit, aber auch zur Veränderung der Persönlichkeit und des Verhaltens.

Die Alzheimer-Krankheit ist ein sehr langsam fortschreitender Verlust von Nervenzellen und Nervenzellenkontakten. Er beginnt vor allem in jenen Abschnitten des Gehirns, die für Handlungsplanung, Emotion, Geruch und Gedächtnis eine wichtige Rolle spielen. Betroffen sind vor allem die Bereiche für Erinnerung, Antrieb und Gefühle.

Die charakteristischen Merkmale der Alzheimer-Demenz sind der schleichende Beginn der Krankheit und eine allmähliche Verschlechterung der Gedächtnisleistungen. Wenn von Alzheimer Betroffene durch ihre verstärkte Vergesslichkeit auffallen, sind meist schon große Teile des Gehirns für immer geschädigt.

Vor dem 60. Lebensjahr tritt die Krankheit nur selten auf. Mit dem Lebensalter steigt ihre Häufigkeit steil an. Von den 60-Jährigen leidet jede/-r Hundertste daran, von den 90-Jährigen jede/-r Dritte. Die Ursachen der Alzheimer-Krankheit sind erst teilweise bekannt. Es dürften genetische, umweltbedingte und andere Faktoren eine Rolle spielen.

 

 

Fallbeispiel Alzheimer-Krankheit

Erste Veränderungen hatte der Ehemann von Frau R. zunächst gar nicht richtig wahrgenommen. Bis ihre Kinder ihn darauf aufmerksam machten, dass etwas mit der Mutter „nicht stimmt“. Seine Frau tätigte Einkäufe, die sie bereits erledigt hatte. Einmal fand sie die Geldbörse im Geschäft nicht wieder und alarmierte die Polizei. Zuhause wartete Herr R. mit der vermeintlich gestohlenen Geldbörse. Frau R. zog sich immer mehr zurück, weil sie im Gespräch nach den richtigen Worten suchte. Die ganze Tragweite erkannte Herr R. schließlich, als seine Frau nach dem Besuch der Tochter fragte, wer denn dieses junge Mädchen gewesen sei (vgl. Kastner et al., S.30, 2010).

Lewy-Body-Demenz

Bei der Lewy-Body-Demenz werden Teile des Gehirns durch Ablagerungen kleiner Eiweißkörperchen (sogenannte Lewy-Bodies) geschädigt. Kennzeichnend für diese Form der Demenzerkrankungen sind starke Schwankungen der geistigen Leistungsfähigkeit, Parkinson-ähnliche Symptomatik und optische Halluzinationen.

Frontotemporale Demenz (Morbus Pick)

Bei dieser Demenzform sterben Nervenzellen im Stirn- und Schläfenbereich des Gehirns ab. Deshalb sind ähigkeiten und Leistungen des Gehirns am meisten beeinträchtigt, die dort angesiedelt sind. Im Vordergrund stehen Veränderungen von Persönlichkeit, Antrieb und Handlungsplanung. Gedächtnis- und Orientierungsstörungen sind weniger stark ausgeprägt. Die Betroffenen erkranken relativ früh, oft im fünften oder sechsten Lebensjahrzehnt.

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Das Wichtigste in Kürze:

Ca. 80 bis 90 Prozent aller Demenzen sind primäre Demenzen. Dazu gehörgen beispielsweise die Alzheimer-Demenz, die Lewy-Body-Demenz oder die Frontotemporale Demenz. Primäre Demenzen verursachen neurodegenerative Veränderungen. Das bedeutet, dass Nervenzellen im Gehirn nach und nach absterben. 

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