Medikamentöse Therapien

Medikamente können den Krankheitsverlauf nicht aufhalten, aber möglicherweise verzögern. Bei medikamentösen Therapien müssen Betroffene, Angehörige wie auch medizinisches Fachpersonal gut miteinander kommunizieren.

Medikamentöse Therapien können einerseits eingesetzt werden, um die Grunderkrankung Demenz zu behandeln. Für alle Stufen des Krankheitsverlaufes gibt es ärztlich verschreibbare und in ihrer Wirkung durch Studien belegte Medikamente. Andererseits können die Begleitsymptome der Krankheit behandelt werden: Im Verlauf der demenziellen Krankheit treten bei vielen PatientInnen – in unterschiedlicher Ausprägung – Symptome auf, die mit geeigneten Medikamenten behandelbar sind.

Behandlung der Grunderkrankung Demenz

Sogenannte Antidementiva sind Medikamente, die den Krankheitsverlauf stabilisieren und das Fortschreiten der Krankheit verzögern können. Damit kann die Selbstständigkeit des/der Erkrankten länger erhalten bleiben. Der Bedarf an Betreuung und Pflege und damit die Belastung pflegender Angehöriger kann dadurch reduziert werden.

Die medikamentöse Therapie ist nicht bei allen Menschen mit Demenz erfolgreich. Allerdings kann es bereits als Erfolg gewertet werden, wenn die geistige Leistungsfähigkeit sich einige Zeit nicht verschlechtert.

In jedem Fall ist es ratsam, alle Fragen zu den Medikamenten, zur Dosierung, zu Nebenwirkungen oder zu einem eventuellen Wechsel des Präparates mit dem Arzt/der Ärztin zu besprechen und die Wirkung des Medikaments genau zu beobachten.

Behandlung von Begleitsymptomen

Begleitsymptome demenzieller Erkrankungen sind Symptome, die nicht die geistige Leistungsfähigkeit betreffen, jedoch die Stimmung und das Verhalten der Kranken stark beeinflussen. Sie können sowohl für die Betroffenen als auch für die Pflegenden sehr belastend sein. Dazu gehören: Depression, Angst, Unruhe, Aggressivität, Schlaflosigkeit, Wahnvorstellungen oder Sinnestäuschungen.

Die Behandlung mit entsprechenden Medikamenten kann diese Symptome reduzieren oder beseitigen. Ebenso sollte mit dem Arzt/der Ärztin besprochen werden, ob und welche nicht-medikamentösen Therapien angebracht sind.

Zum Beispiel ist zu überlegen: Sind wirklich Schlafmittel notwendig oder reichen Spaziergänge und Tätigkeiten im Haus, damit sich abends Müdigkeit und Schlaf einstellen? Sind bei depressiver Verstimmung Medikamente notwendig oder helfen auch Aktivitäten, die der erkrankten Person Freude machen?

Die Angehörigen spielen bei der Therapie eine wichtige Rolle. Sie sollten sorgfältig beobachten, welche Wirkungen oder unerwünschte Nebenwirkungen auftreten und dies dem Arzt/der Ärztin mitteilen. Gegebenenfalls muss die Dosierung verändert oder das Medikament abgesetzt werden.

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Das Wichtigste in Kürze

Der Gedächnissverlust kann durch den Einsatz von Antidementiva verzögert werden. Gegen Depressionen verschreiben Ärzt/Ärztin auch Antidepressiva. Wichtig ist allerdings eine regelmäßige und vorschriftsmäßige Einnahme der Medikamente, die Demenzerkankten mit fortschreitender Krankheit schwer fällt. Eine medikamentöse Therapie sollte also von einem/einer Außenstehenden unterstützt werden.

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