Umgang mit Krisensituationen

Die Familie ist der Ort, an dem Menschen Fürsorge, Geborgenheit und Unterstützung erwarten.

Durch Krankheit, Unfall oder Verlust einer nahestehenden Person geraten viele Menschen in eine tiefe Sinnkrise. In diesem Ausnahmezustand entstehen Gefühle großer Angst, Unsicherheit und Hoffnungslosigkeit. Der erste Schritt zur Bewältigung einer Krise ist die Einsicht, dass Hilfe von außen notwendig ist.

Das Gespräch suchen

Ein Gespräch mit der Hausärztin/dem Hausarzt, einer Vertrauensperson, Selbsthilfegruppen sowie Unterstützung durch die Hauskrankenpflege sind hilfreich. Damit werden innere Anspannungen gelöst und es können schrittweise Lösungen gefunden und umgesetzt werden.

Das Wort „Krise“ bedeutet „Entscheidung“ und zeigt den Wendepunkt einer Situation an.

Durch aktives Tun steigt das Selbstwertgefühl von Personen in Krisensituationen. Krisen können besser verarbeitet werden, wenn Sie über die belastenden Dinge sprechen oder diese aufschreiben. Dieses Mitteilen und Aussprechen-Dürfen hilft dabei, den Leidensdruck zu lindern.

Auseinandersetzung mit Tod und Sterben

Es ist eine enorme Herausforderung, Menschen mit einer schweren Erkrankung in der letzten Lebensphase zu unterstützen. Eine Umgebung, die Geborgenheit und Sicherheit vermittelt, trägt zum Wohlbefinden bei. Die Zeit des Sterbens ist eine besonders intensive Phase in unserem Leben und verlangt von Angehörigen nicht immer Anwesenheit rund um die Uhr.

Sterbende Menschen brauchen Zeiten, in denen Angehörige für sie da sind, aber ebenso Zeiten des Alleinseins und der Ruhe. Die verbleibende Zeit ist kostbar, und es besteht die Chance, Angelegenheiten zu regeln und mit anderen Menschen gemeinsam Erlebtes aufzuarbeiten.

Oft wird das Thema „Tod und Sterben“ in der Familie verdrängt. So entsteht eine angespannte Situation. Um Entlastung zu schaffen, bietet sich Unterstützung durch Palliativpflege und ehrenamtliche HospizbegleiterInnen an.

Trauer und öffentliches Leben

Häufig fühlen sich Trauernde unverstanden, da Trauer im öffentlichen Leben kaum Platz findet. Das kann zu Enttäuschung und Verbitterung führen, wodurch die Trauerarbeit erschwert wird. Trauer ist ein Prozess, der der trauernden Person die Möglichkeit gibt, von Vergangenem Abschied zu nehmen und sich neu zu orientieren. Bräuche und Rituale werden dabei als sinnvoll wahrgenommen, weil dadurch Vergangenes noch einmal erlebt werden kann. Heftige Reaktionen wie Gefühlsausbrüche und Schuldzuweisungen gehören ebenso dazu wie der Rückzug aus dem sozialen Umfeld. Angehörige und Bezugspersonen können Trauernden bei der Bewältigung des Alltags hilfreich zur Seite stehen. Durch Gespräche wird klargestellt, welche Bedeutung der Verlust für die trauernde Person hat. Damit fühlt sie sich angenommen und verstanden.

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Tipps

Besprechen Sie belastende Situationen mit einer Vertrauensperson.
 

Was kränkt, das macht krankt. Unterdrücken Sie Gedanken und Empfindungen nicht.


Tragen Sie das Bild des geliebten Menschen, wie er oder sie früher war, im Herzen.

Wenden Sie sich an Hausärztin/Hausarzt und Selbsthilfegruppen.


Holen Sie sich Informationen bei mobilen Hospiz- und Palliativteams.

Wählen Sie eine Vertrauensperson und informieren Sie sich über Patientenverfügungen.

Informieren Sie sich über Familienhospiz.

Familienhospizkarenz

In Österreich können ArbeitnehmerInnen im Rahmen der Familienhospizkarenz sterbende Familienmitglieder sowie im gleichen Haushalt lebende schwerst erkrankte Kinder über einen bestimmten Zeitraum bei reduzierter Arbeitszeit begleiten und unterstützen. Mehr

 

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