Daten & Fakten

Um eine Krankheit deren Auswirkungen auf die Betroffenen zu verstehen, muss man die Fakten kennen. Wir haben wichtige Infos, Daten und Fakten zu folgenden Themen zusammengetragen:

Die Krankheit Demenz und die Situation von Demenzbetroffenen

ExpertInnen schätzen, dass weltweit im Jahr 2010 rund 35,6 Millionen Menschen an Demenz leiden – diese Zahl soll sich in den nächsten zwanzig Jahren verdoppeln. In Europa gibt es schätzungsweise 9,9 Millionen demenzkrankte Menschen, der Großteil leidet an Morbus Alzheimer (vgl. Jahresbericht 2010 von „Alzheimer’s Disease International“).

In Österreich gibt es rund 130.000 demenzkrankte Menschen. Rund 80.000 Menschen leiden an einer mittelschweren oder schweren Demenz, etwa zwei Drittel an Morbus Alzheimer (vgl. Demenzreport 2010).

Prognosen gehen davon aus, dass im Jahr 2050 rund 240.000 Menschen in Österreich an Demenz leiden. Demenz zählt zu den häufigsten psychiatrischen Erkrankungen (vgl. Demenzreport 2010).

Pflegebedürftige, die an Demenz leiden, müssen deutlich länger und intensiver gepflegt werden als jene, die hauptsächlich körperlich eingeschränkt sind. Bei Demenzerkrankten kann sich beispielsweise der Tag-Nacht-Rhythmus verändern, was den Bedarf nach einer 24-Stunden-Betreuung nach sich zieht (vgl. Demenz-Report 2010).

Zwischen Alter und der Erkrankung an Morbus Alzheimer zeigt sich eine starke Korrelation: unter den 60-Jährigen leidet 1 Prozent an Morbus Alzheimer, alle fünf Jahre verdoppelt sich dieser Anteil – der Anteil der Personen mit Demenz an den über 85-Jährigen beträgt ca. 30 Prozent (vgl. Psota PSD, APA in Ipm Woche 5/11).

Pflegesituation in Österreich

Ende 2010 waren in Österreich rund 32.000 selbstständige HausbetreuerInnen gemeldet, von denen etwas 26.000 das Gewerbe zu diesem Zeitpunkt aktiv ausübten (vgl. ÖKSA 2011 in Auen, 2011).

Familienangehörige erbringen den weitaus überwiegenden Anteil an Hilfs-, Betreuungs- und Pflegeleistungen – zwei Drittel übernehmen Frauen (vgl. Forschungsbericht des Forschungsinstitutes für Altersökonomie, 2007).

Rund 40 Prozent aller Personen, die hilfs- und pflegebedürftige jüngere wie auch ältere Menschen betreuen, sind erwerbstätig (vgl. Forschungsbericht des Forschungsinstitutes für Altersökonomie, 2007).

Bis zum Jahr 2030 wird laut Statistik Austria die Erwerbsquote von Frauen im Alter zwischen 45 und 64 Jahren um 20 Prozent ansteigen (vgl. 15 Jahre Pflegevorsorge des BMSK 2008).

Durch die Betreuungssituation leiden rund 80 Prozent der pflegenden Angehörigen unter psychischen Belastungen (vgl. ÖBIG, 2005)

„Pflegende Angehörige weisen ein erhöhtes Stresserleben und eine Reduktion des subjektiven Wohlbefindens auf“ (Quelle: Pinquart & Sörenseu, 202; Bruce Patterson, 2000; Gonzalez-Salvador, 1999).

Die Betreuung innerhalb des Familienverbands ist schon jetzt ein Grundpfeiler unseres Pflegesystems und wird in Zukunft noch an Bedeutung gewinnen“ (Quelle: IPM Woche 19/11).

 

Pflegesituation in Österreich

Derzeit sind 23 Prozent der Bevölkerung älter als 60 Jahre. Bis 2020 werden es 26 Prozent sein, ab 2030 sogar mehr als 30 Prozent. Auch die Zahl der über 80-jährigen steigt an: bis 2030 von momentan 400.000 auf 630.000 Menschen (vgl. Statistik Austria, 2010).

In einer Studie nehmen 74,36 Prozent der besuchten PflegegeldbezieherInnen nehmen keine professionellen Dienste in Anspruch – im Jahr 2008 betrug dieser Prozentsatz 76 Prozent und im Jahr 2009 72,49 Prozent. Die erforderlichen Betreuungs- und Hilfsmaßnahmen werden von Angehörigen oder anderen Privatpersonen geleistet (vgl. österreichischer Pflegevorsorgebricht 2010).

Die Betreuungssituation der pflegebedürftigen Menschen in Österreich: (vgl. BMASK 2011)
Zuhause und die Pflege erfolgt über Angehörige: 210.000 (50%)
Zuhause und die Pflege erfolgt mit mobilen Diensten: 130.000 (30%)
24 Stunden Betreuung: 20.000 (5%)
Pflegeheim: 60.000 (15%)
GESAMT: 420.000 (100%)

Pflege und Armut

In Österreich sind ca. 15 Prozent der Menschen über 65 Jahre armutsgefährdet – diese Menschen müssen von weniger als 1.031 Euro im Monat leben. Das betrifft rund 18 Prozent der Österreicherinnen und 11 Prozent der Österreicher über 65 (vgl. EU SILC 2011).
Armut im Alter ist weiblich. 26 Prozent der alleinlebenden Frauen mit Pensionsbezug sind armutsgefährdet. Sie stellen somit eine große Risikogruppe dar (vlg. EU SILC 2011).

Mehr als die Hälfte (54 Prozent) der PflegegeldbezieherInnen mit Pensionsbezug erhalten eine Pension von weniger als 860 Euro pro Monat. Fast ein Viertel (23 Prozent) der PflegegeldbezieherInnen beziehen eine Pension von weniger als 570 Euro pro Monat. Nur 2,46 Prozent der PflegegeldbezieherInnen verfügen über eine Pension von mehr als 2.860 Euro pro Monat, weniger als 1 Prozent empfangen Pensionen über der Höchstbeitragsgrundlage von 3.840 Euro pro Monat (vgl. Österreichischer Pflegevorsorgebericht 2010)

Finanzielle Einbußen haben 17,5 Prozent der pflegenden Angehörigen (vgl. Österreichischer Pflegevorsorgebericht – BMSK, 2007).

In einer von der Volkshilfe gemeinsam mit draxl & zehetner consulting network, prospect Unternehmensberatung und Hoffmann & Forcher Marketing Research durchgeführten Studie zur Vereinbarkeit von Pflege- und Berufstätigkeit gaben 63 Prozent der Befragten an, sich finanziell belastet zu fühlen, 27 Prozent davon waren sehr oder ziemlich belastet (vgl. Carers Career’s 2009).

In einer weiteren Studie zur Situation pflegender Angehöriger gaben 12 Prozent an, dass in ihrer ländlichen Umgebung keinen mobilen Dienst vor Ort gibt. 42 Prozent können sich finanziell keinen mobilen Dienst leisten (vgl. Schneider et. Al, 2006).

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