Autofahren und Demenz

Autofahren bedeutet Selbständigkeit. Ein/e desorientierte/r FahrerIn kann aber eine Gefahr für sich selbst und andere darstellen, denn eine Demenzerkrankung beeinträchtigt die Fahrtüchtigkeit.

Karl U. hat vor vielen Jahren die Führerscheinprüfung abgelegt. Jeden Tag stand ihm sein Auto zur Verfügung, um damit von A nach B zu gelangen. Ein fachkundiger Arzt allerdings diagnostizierte bei Karl eine beginnende Demenz und informierte ihn darüber, dass das Autofahren ihn und andere Verkehrsteilnehmer zukünftig gefährden könnte.

Fachärzte diagnostizieren, Behörden entscheiden

Da die Krankheit bei jedem Betroffenen in unterschiedlichem Ausmaß voranschreitet und zudem an die Persönlichkeit und die individuelle Leistung der Person gebunden ist, kann keine allgemeine Aussage getroffen werden, ob bereits mit beginnender Demenz auf Autofahren verzichtet werden soll. Psychologen/Psychologinnen und eigens ausgebildeten Ärzten/Ärztinnen ist es vorbehalten, eine Diagnose zu stellen und gegebenenfalls eine Empfehlung gegen das Autofahren auszusprechen. Ein  Fahrverbot kann nur seitens der zuständigen Behörde erteilt werden.

Verlust der Selbständigkeit

Viele an Demenz erkrankte Personen assoziieren mit dem Aufgeben des Autofahrens den Verlust ihrer Selbstständigkeit. Es fällt manchen daher sehr schwer, den neuen Lebensumstand zu akzeptieren. Auf den ersten Blick mag die betroffene Person noch genauso gut fahren wie zuvor, indem es auf Gewohnheit basiert. Doch wie würde die erkrankte Person in einer plötzlichen Krisensituation reagieren?

Die Frage, wann eine demenzerkrankte Person nicht mehr Auto fahren sollte, ist äußerst kompliziert.

Fakt ist, dass desorientierte Fahrer/Fahrerinnen eine erhebliche Gefahr für sich und das Verkehrsumfeld darstellen. Das sollte nicht nur dem demenzerkrankten Menschen bewusst sein, solange er das für sich noch entscheiden kann, sondern auch der Person, die in weiterer Folge für den Demenzbetroffenen verantwortlich ist.

Wie die richtige Lösung aussieht, kann nur die Familie gemeinsam entscheiden. Die Sicherheit der an Demenzerkrankten Person steht im Vordergrund.

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Das Wichtigste in Kürze

Bereits eine leichte Form der Demenz kann die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen. Ein/e desorientierte/r FahrerIn kann aber eine Gefahr für sich selbst und andere darstellen. Holen Sie sich Rat von ÄrztInnen und PsychologInnen und nutzen Sie alternative Verkehrsmittel wie Autobus, Straßenbahn oder Taxi. Ihre Sicherheit steht immer im Vordergrund.

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